Ratgeber

Mehrsprachige Messestände: Was auf welcher Sprache

Welche Sprache gehört auf welche Fläche? Wie Beschriftung, Unterlagen und Personal auf internationalen Messen zusammenpassen.

Auf internationalen Messen stellt sich eine Frage, die im Inland nicht existiert: Auf welcher Sprache steht was? Die häufigste Antwort — „alles auf Englisch“ — ist auf vielen europäischen Fachmessen die falsche.

Englisch reicht nicht überall

Auf Leitmessen mit stark internationalem Publikum — Mobile World Congress, IBC, ISE — ist Englisch die Arbeitssprache und trägt problemlos. Auf nationalen Fachmessen sieht es anders aus: Auf der SIAL und der Maison&Objet in Paris ist Französisch deutlich präsenter, auf dem Salone del Mobile und der TUTTOFOOD Italienisch, auf der Alimentaria Spanisch und Katalanisch.

Die Faustregel: Je stärker eine Messe vom nationalen Handel getragen wird, desto wichtiger ist die Landessprache. Je internationaler die Branche, desto eher trägt Englisch allein.

Drei Ebenen, drei Entscheidungen

Fernwirkung — eine Sprache

Was aus zehn Metern gelesen wird, muss kurz sein: Firmenname, Kategorie, ein Nutzenversprechen. Hier gehört genau eine Sprache hin. Zweisprachige Fernwirkung halbiert die Schriftgröße und damit die Wirkung. Wählen Sie die Sprache des Publikums, nicht die eigene.

Detailinformation — zweisprachig

Produkttafeln, technische Angaben und Exponatbeschriftungen werden aus zwei Metern gelesen. Hier ist Zweisprachigkeit sinnvoll und machbar: Landessprache oben, Englisch darunter, klar getrennt durch Farbe oder Größe.

Unterlagen — nach Bedarf

Datenblätter und Kataloge müssen nicht am Stand liegen. Ein QR-Code, der zur passenden Sprachversion führt, spart Druckkosten und Gewicht im Transport — und wirkt zeitgemäßer als ein Stapel Prospekte in fünf Sprachen.

Der häufigste Fehler

Die deutsche Standbeschriftung eins zu eins übersetzen zu lassen. Werbetexte funktionieren selten wörtlich übersetzt — sie werden zu lang, verlieren den Rhythmus oder klingen schief. Kurze Botschaften gehören in der Zielsprache neu formuliert, nicht übersetzt, und die Textlänge ändert sich dabei erheblich. Das betrifft direkt das Grafiklayout.

Personal

Ein Stand mit perfekter zweisprachiger Beschriftung und ausschließlich deutschsprachigem Personal funktioniert nicht. Mindestens eine Person sollte die Landessprache sprechen — für den Erstkontakt reicht das oft schon, weil der eigentliche Fachaustausch danach häufig auf Englisch weiterläuft.

Wo eigenes Personal nicht verfügbar ist, sind lokale Hostessen für Begrüßung und Vorqualifizierung eine praktikable Lösung. Die fachliche Beratung sollte aber aus Ihrem Haus kommen.

Was das für die Standplanung heißt

  • Grafikflächen großzügiger planen. Übersetzungen sind oft länger als das deutsche Original.
  • Austauschbare Blenden. Wenn Sie dieselbe Konstruktion in mehreren Ländern einsetzen, sollte nur die Bedruckung wechseln.
  • Symbole nutzen. Piktogramme für Bereiche und Funktionen funktionieren ohne Übersetzung.
  • Exponate, die ohne Text erklären. Laufende Maschinen, Schnittmodelle, Vorher-Nachher-Vergleiche tragen über jede Sprachbarriere.

Häufige Fragen

Welche Sprache gehört auf die große Rückwand?

Genau eine — die des Publikums. Zweisprachige Fernwirkung halbiert die Schriftgröße und damit die Wirkung.

Übernehmen Sie die Übersetzungen?

Wir setzen die Grafik in der gelieferten Sprache um und planen die Flächen so, dass abweichende Textlängen aufgehen. Fachübersetzungen sollten aus Ihrem Haus oder von einem Fachübersetzer kommen.

Kann ich dieselbe Konstruktion in mehreren Ländern einsetzen?

Ja, das ist der wirtschaftlichste Weg. Voraussetzung ist, dass Grafik und Konstruktion getrennt sind — dann wechselt nur die Bedruckung.

Reicht ein QR-Code statt gedruckter Unterlagen?

Für Datenblätter und Kataloge in der Regel ja. Ein kurzes gedrucktes Blatt für den Erstkontakt ist trotzdem sinnvoll — nicht jeder scannt am Stand.

Weiterführend: Messeauftritt im Ausland · Messestand Design · Messebau Europa

Messeauftritt im europäischen Ausland

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